5. Deutsch-Libysches Wirtschaftsforum in Tripolis: Dialog, Vertrauen und neue Perspektiven für Industrieprojekte

Einleitung

Am 19. und 20. Mai 2026 fand in Tripolis das 5th German-Libyan Business Forum statt. Die Veranstaltung bot eine wichtige Plattform für den Austausch zwischen deutschen und libyschen Unternehmen, Institutionen und Entscheidungsträgern – mit dem Ziel, wirtschaftliche Zusammenarbeit zu vertiefen, Vertrauen zu stärken und konkrete Projektchancen für die kommenden Jahre zu entwickeln.

Im Rahmen meiner Tätigkeit für die GTG German Technology Holding GmbH durfte ich an diesem hochkarätigen Forum teilnehmen. Für GTG bin ich derzeit als Projektleiter bei der Planung, Lieferung und Errichtung einer Schmierstoffanlage in Azzawiya, Libyen, tätig. Damit war die Teilnahme für mich nicht nur ein wertvoller fachlicher Austausch, sondern auch unmittelbar mit einem bedeutenden laufenden Industrieprojekt verbunden.

Teilnahme am 5th German-Libyan Business Forum in Tripolis – Austausch über Industrieprojekte, Energie und deutsch-libysche Zusammenarbeit.

Austausch auf hoher Ebene

Das Forum brachte hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Industrie zusammen. Zu den Teilnehmern gehörten unter anderem H.E. Ralph-Joseph Tarraf, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Libyen, H.E. Suhail Abu Shiha, Minister of Economy, sowie Mr. Ralph Böhme, Head of Division for Foreign Economic Affairs beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Gerade dieser direkte Dialog auf hoher Ebene war ein zentrales Signal der Veranstaltung. Libyen steht weiterhin vor komplexen politischen, institutionellen und sicherheitsbezogenen Herausforderungen. Gleichzeitig ist deutlich spürbar, dass das Land über erhebliches wirtschaftliches Potenzial verfügt und in vielen Bereichen ein großer Bedarf an Modernisierung, Infrastrukturentwicklung und industrieller Umsetzung besteht.

Vor diesem Hintergrund sind Formate wie das German-Libyan Business Forum besonders wertvoll. Sie schaffen einen Rahmen, in dem Politik, Institutionen und Wirtschaft miteinander sprechen, Vertrauen aufbauen und die Grundlagen dafür legen können, dass aus Projektideen reale Investitionen und konkrete Umsetzungen entstehen.

Chancen trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen

Libyen ist kein einfacher Markt. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass wirtschaftliches Engagement ein hohes Maß an Verständnis, Geduld, lokaler Einbindung und professioneller Vorbereitung erfordert. Wer dort erfolgreich Projekte entwickeln und umsetzen möchte, muss die technischen, wirtschaftlichen und organisatorischen Anforderungen ebenso ernst nehmen wie die besonderen Rahmenbedingungen des Landes.

Gerade deshalb war die Atmosphäre des Forums bemerkenswert. Trotz aller bekannten Herausforderungen war der Wille zur Zusammenarbeit deutlich erkennbar. Die Gespräche waren offen, konstruktiv und geprägt von dem gemeinsamen Interesse, wirtschaftliche Perspektiven zu schaffen und dringend benötigte Projekte voranzubringen.

Im Mittelpunkt standen unter anderem die Themen Energie, Öl und Gas, erneuerbare Energien, Infrastruktur, Logistik, Gesundheitswesen, Bildung sowie rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Damit wurden genau jene Bereiche adressiert, die für die weitere Entwicklung Libyens von zentraler Bedeutung sind.

Wirtschaft braucht politische Brücken

Ein wesentliches Ergebnis des Forums war aus meiner Sicht die Erkenntnis, dass internationale Industrieprojekte nicht allein durch technische Kompetenz entstehen. Sie benötigen auch politische Verständigung, institutionelle Unterstützung und belastbare wirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Wenn hochrangige Vertreter beider Länder miteinander sprechen, werden wichtige Brücken gebaut. Solche Gespräche können der Wirtschaft den Weg ebnen, indem sie Vertrauen schaffen, Zuständigkeiten klären, Kontakte ermöglichen und ein gemeinsames Verständnis für die notwendigen nächsten Schritte entwickeln.

Für deutsche Unternehmen liegt hier eine besondere Chance. Deutsche Technologie, Engineering-Kompetenz und strukturierte Projektabwicklung genießen international hohes Ansehen. In einem Markt wie Libyen können diese Stärken einen wichtigen Beitrag leisten – insbesondere dort, wo industrielle Anlagen, Energieversorgung, Infrastruktur und technische Modernisierung gefragt sind.

GTG als Partner für industrielle Umsetzung

GTG German Technology Holding GmbH versteht sich als Brücke zwischen libyscher Industrie und deutscher Technologie. Der Ansatz verbindet deutsches Engineering, hochwertige technische Ausrüstung und strukturierte Projektabwicklung mit lokaler Präsenz und Verständnis für die Anforderungen vor Ort.

Das laufende Projekt zur Planung und Errichtung einer Schmierstoffanlage in Azzawiya ist ein Beispiel dafür, wie aus technischer Planung und internationaler Zusammenarbeit ein konkretes Industrieprojekt entstehen kann. Dabei geht es nicht nur um die Lieferung einzelner Komponenten, sondern um die Entwicklung eines funktionierenden Gesamtsystems – von der Anlagenkonzeption über Ausrüstung und Schnittstellenkoordination bis hin zu Montage, Inbetriebnahme und späterem Betrieb.

Solche Projekte zeigen, welches Potenzial in einer praxisorientierten deutsch-libyschen Zusammenarbeit liegt: Sie verbinden technische Qualität mit konkretem industriellem Nutzen.

Bedeutung für Kaiser Tech Consulting

Für Kaiser Tech Consulting war die Teilnahme an diesem Forum auch Ausdruck eines zentralen fachlichen Selbstverständnisses: Industrieprojekte müssen nicht nur technisch geplant, sondern im gesamten wirtschaftlichen, organisatorischen und internationalen Kontext verstanden werden.

Moderne Anlagenplanung bedeutet, Technik, Projektmanagement, Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzungssicherheit miteinander zu verbinden. Dies gilt besonders für internationale Projekte, bei denen neben Verfahrenstechnik und Engineering auch Kommunikation, Koordination und Projektdisziplin entscheidend sind.

Das Forum in Tripolis hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig persönliche Gespräche, gegenseitiges Vertrauen und langfristige Partnerschaften für die erfolgreiche Umsetzung industrieller Vorhaben sind.

Fazit

Das 5. Deutsch-Libysche Wirtschafts-Forum war eine wertvolle und ermutigende Veranstaltung. Es hat gezeigt, dass Libyen trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen über erhebliche Chancen verfügt – und dass es viele Projekte gibt, die für die weitere wirtschaftliche und industrielle Entwicklung des Landes von großer Bedeutung sind.

Besonders positiv war der erkennbare Wille, miteinander im Gespräch zu bleiben, Partnerschaften zu stärken und konkrete Wege für wirtschaftliche Zusammenarbeit zu eröffnen. Wenn politische Vertreter, Institutionen und Unternehmen gemeinsam an belastbaren Strukturen arbeiten, können daraus Projekte entstehen, die langfristigen Nutzen schaffen.

Ich freue mich, diesen Weg im Rahmen meiner Tätigkeit für GTG und mit der Erfahrung von Kaiser Tech Consulting weiter aktiv mitzugestalten – mit technischer Kompetenz, strukturiertem Projektmanagement und dem klaren Ziel, aus anspruchsvollen Ideen erfolgreiche Industrieanlagen entstehen zu lassen.